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Braune Erde – Daniel Höra

Ein erschreckendes Buch, das einem die Augen öffnet…

Braune Erde

Inhalt
Der 15-jährige Ben lebt bei seinem Onkel und seiner Tante in einem kleinen Dorf namens Bütenow. Als eine neue Familie herzieht, ist er erfreut über die Abwechslung, auch wenn die Neuen etwas seltsam sind mit ihren altdeutschen Namen und ihrem Traditionsbewusstsein. Schnell freundet er sich mit der fremden Familie an, verteidigt sie schon bald vor anderen und verschließt die Augen so lange vor der Wahrheit, bis es fast zu spät ist…

Meinung:


„Braune Erde“ hatte bei mir bereits von Anfang an schlechtere Chancen, weil das Thema des Buches mir total auf die Nerven geht. Ich wurde allerdings positiv überrascht!

Erst einmal ist der Schreibstil wirklich klasse. Er passt gut zu einem 15-jährigen Jungen, wirkt aber auch nicht zu gewollt-jugendlich. Außerdem schildert Ben einige Szenen wirklich mitreißend und spannend, sodass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Mit Brutalität spart das Buch teilweise auch nicht, denn es heißt nicht umsonst Rechtsradikale .

Die Idee ist ziemlich interessant und setzt sich mit dem Thema Nationalsozialismus auf eine ganz andere Art auseinander. Man kennt ja einige historische Romane, die in der Zeit des 2. Weltkriegs spielen, doch ich finde es wichtig, dass auch mal jemand ausspricht, dass es heute noch immer Nazis gibt, die nicht immer sofort als solche erkennbar sind.
Gerade das stellt „Braune Erde“ super da. Langsam aber sicher erschleicht sich die neue Familie das Vertrauen er Dorfbewohner, die froh darüber sind, dass in ihrem kleinen Kaff endlich mal wieder etwas los ist. Natürlich posaunen sie auch nicht sofort ihre politischen Ansichten heraus sondern machen zunächst einen sehr gesitteten und sozialen Eindruck. Erst als es zur Eskalation kommt, wachen die Dorfbewohner auf. Auf diese Weise öffnet das Buch dem Leser die Augen und spricht ein wirklich wichtiges Thema an.

Leider konnte ich mich die meiste Zeit überhaupt nicht in den Protagonisten hineinversetzten. Er kam mir ein wenig vor, wie ein Möchtegern-Harry Potter mit seiner ach so bösen Tante (die ich ein wenig übertrieben dargestellt fand) und seinem ja sooo einsamen Leben. Natürlich konnte ich verstehen, dass er sich nach Freunden und einer Familie sehnt, aber für mich war nach den ersten Seiten klar, dass mit der neuen Familie etwas nicht stimmt. Spätestens nach einigen brutalen Aktionen hätte Ben meiner Meinung nach echt das Weite suchen müssen und so weit, wie die Fremden es schließlich treiben, hätte es nicht kommen müssen!

Fazit:
Ein spannend geschriebenes Buch mit einem wichtigen Thema und einem ganz anderen Blickwinkeln auf den Nationalsozialismus.Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, nicht nur denen, die sich für den Nationalsozialismus interessiert! Als Schullektüre ist dieser Roman sicherlich auch gut geeinget.


charlios

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