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Der Wald der träumenden Geschichten – Malcolm McNeill

Düster und geheimnisvoll mit einem Hauch von Humor

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„Zuerst hatte ich den Roman in die Hand genommen, weil es nach einem schönen Schmöker aussah, es hatte mein Interesse gefesselt mit der Aussicht auf eine wunderbare Fantasiewelt und es hat mich in seinem Bann gezogen mit einem unvergleichlichen Schreibstil.“


Inhalt

„Vor nicht allzu langer Zeit verbreitete sich ein seltsames Phänomen auf der Erde, das jeder Erklärung trotzte und die Wissenschaftler vor Rätsel stellte.“

Dieses Phänomen nennt sich ‚Das Verschwinden‘. Immer wieder verschwinden Menschen urplötzlich und lassen nichts als ihre Kleider zurück und es scheint als blieben nur Kinder von diesem Unheil verschont.
‚Das Verschwinden‘ schien zu beginnen, als ein kleiner Junge namens Max erschien – ja erschien, nicht geboren wurde – denn das tat er und niemand wusste, woher er kam oder wer seine Eltern sein könnten.
Aber seine ‚immerwährenden‘ Eltern – wie er sie selbst nannte – ließen den jungen Max nie los und eines Tages machte er sich auf den Weg sie zu suchen und sich selbst und dem Verschwinden auf die Spur zu kommen.

Meinung

Mit über 500 Seiten sieht der Roman von Malcolm McNeill für manche Menschen wohl aus wie ein dickes Ungeheuer, aber wer sich erst einmal darauf einlässt, den entführt Malcolm McNeill in ein Abenteuer.
Mit seinem spritzigen und flüssigen Schreibstil macht er es einem einfach dem Ungeheuer den Kampf anzusagen und lässt einen schmunzeln, wenn man ab und an über eine ungewöhnliche Formulierung stolpert.
Die Charaktere sind alle liebevoll ausgearbeitet und haben ihre ganz eigenen besonderen Eigenschaften, die sie bunt und nicht leblos wirken lassen.
Nur mit dem Hauptcharakter konnte ich nicht ganz warm werden, welcher als ziemlicher Egoist und Träumer präsentiert wird.
Zur Spannung kann man sagen, dass sie nur zeitweise auftaucht, der Leser wird am Ball gehalten, indem man ihm einen Haufen Fragezeichen vor die Füße wirft und darauf hofft, dass er sie aufhebt um sie zu entschlüsseln.
Zum Ende hin stellt sich der Roman nicht nur als nette Lektüre dar, sondern auch als gesellschaftskritisch und der junge Max bekommt eine philosophische Erleuchtung, welche ihn nicht unbedingt sympathischer macht, ihn aber dazu bringt sich für sein Verhalten in der Vergangenheit zu schämen.
Im Übrigen: Ich verstehe nicht, wie das Buch als Kinderbuch eingeordnet werden kann!
Stellenweise ist es sehr brutal und düster, ich meine: Erwachsene verschwinden und lassen ihre Kinder allein. Gewalt wird geschildert. Und die allgemeine Stimmung wird von Sorgen und Ängsten beherrscht.
Doch trotz alledem sollte man sich nicht abschrecken lassen und es wagen diese außergewöhnliche neue Welt zu erkunden.

Pro:
  • außergewöhnlicher und flüssiger Schreibstil
  • gut ausgearbeitete Charaktere
  • viel Fantasie der Autors
  • philosophische Passagen
 
Contra:
  • wenig ‚echte‘ Spannung
  • unsympathischer Hauptcharakter
  • düsteres Setting
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