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Das Schicksal der Sterne – Daniel Höra

 

Berührend. Schockierend. Fesselnd! Muss man einfach gelesen haben!

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Inhalt:

Diese Geschichte handelt von Adib und Karl. Adib, ein junger Flüchtling aus Afghanistan, Karl, ein alter Mann der einst aus seiner Heimat vertrieben wurde. Sie begegnen sich in Berlin und Karl kann nicht anders, als Adib und seiner Familie zu helfen, denn die Umstände, unter denen die Familie lebt, sind unmenschlich. Er selbst kennt das Gefühl des Heimatlosen und Vertriebenwerdens nur zu gut, wurde er doch nach dem zweiten Weltkrieg mit seiner Familie aus ihrem Heimatdorf vertrieben. Auch Adib kämpft gegen dieses Gefühl an, möchte er doch so gerne in dieser Stadt ankommen.

Immer wieder beschreiben Kapitel die Flucht und Vertreibung der Beiden aus ihrer Heimat. Karl nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Weg von Schlesien nach Berlin. Und Adib, auf der Flucht vor den Taliban in Afghanistan durch Europa nach Berlin. Doch so eine Flucht ist nicht einfach, sie ist gefährlich und kostet ihren Preis. Es zehrt an den Nerven, am Körper und hinterlässt seine Spuren in der Seele.

Meinung:

Diese Geschichte hat mich wahnsinnig berührt und gleichzeitig schockiert. Natürlich hört man von den Flüchtlingen aus Afghanistan, aber haben wir hier, im ’sicheren Europa‘ überhaupt eine Vorstellung davon, wie so eine Flucht überhaupt aussieht? Ich hatte kein Bild davon. Umso mehr ging mir dieses Buch an die Nieren. Sei es nun die Flucht aus Schlesien, die man sich schon kaum vorstellen kann, oder die Flucht aus Afghanistan. Adibs Familie flieht aus Todesangst nach Europa. Was sie auf dieser Reise alles durchmachen müssen, hat mich schockiert. Es gab Momente, in denen ich das Buch zur Seite legen musste, einfach um einen Moment durchatmen zu müssen.

Die Hauptcharaktere sind wundervoll beschrieben und man kann sich ohne Probleme in sie hineinversetzen. Die Nebencharaktere wirken dagegen teilweise etwas unbeleuchtet, gerade da die Flucht nur aus Sicht der Hauptcharaktere geschildert wird. Dennoch nur ein kleines Manko.

Die Geschichte ist unglaublich realistisch beschrieben, man fühlt und leidet mit den Charakteren. Am liebsten möchte man sofort helfen, etwas tun. Einfach irgendetwas. An einigen Stellen wirkt das Erzählte ein wenig überladen, aber ich glaube, gerade das macht es so realistisch. Denn den Flüchtlingen passiert auf dem Weg durch Europa nicht nur einmal was. Sondern mehrfach. Und es sind keine Kleinigkeiten, die sie erleiden.

Das Ende ist traurig, aber es ist gut gelungen. Es lässt bewusst Fragen offen, aber nicht an solchen Stellen, dass man sich als Leser danach damit ‚herumquält‘. Ein Ende, das den Leser berührt. Ein perfektes Ende für diese Geschichte.

Fazit:

Alles in allem bin ich wahnsinnig begeistert. Das Buch ist unglaublich realistisch. Es geht einem immer wieder sehr nahe und doch ist man gespannt, wie es weiter geht. Wie überstehen die Familien ihre Flucht? Was müssen sie noch alles ertragen? Und wenn sie am Ziel sind, sind sie dann auch wirklich angekommen? Alles Fragen, die man sich im Lauf der Geschichte immer wieder stellt, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Das Buch hat mich zwischendurch sprachlos gemacht und es hat mich wütend gemacht. Aber genauso hat es mich zum Nachdenken gebracht. Es ist ein Buch, das man so leicht nicht wieder vergisst und das finde ich gut!

Diese Geschichte ist außergewöhnlich, sie hat mich einfach mitgerissen und nicht mehr losgelassen. Genau solche Bücher sind wichtig, gerade seit PEGIDA vermehrt Flüchtlingsunterkünfte attackiert. Dieses Buch schafft Verständnis für die Flüchtlingssituation und bietet einen realistischen Einblick.

Glöckchen15

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