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Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich – Jenny Jägerfeld

Jägerfeld_24506_MR.inddInhalt

Das Buch „Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich“ wurde von Jenny Jägerfeld geschrieben und handelt von einem Mädchen, das eine verzweifelte Identitätssuche durchlebt.
Ihr Name ist Maja, sie ist 17 Jahre alt, ihre Eltern sind geschieden. Jedes zweite Wochenende besucht sie ihre Mutter, Jana. Eines Tages steht sie vor ihrem Haus und niemand ist da, Majas Mutter ist verschwunden. Alles weist auf einen plötzlichen, ungeplanten Aufbruch hin. Doch Maja informiert niemanden über ihr Verschwinden, sie verbringt das Wochenende alleine und fängt ein Verhältnis mit ihrem Nachbarn an. Dennoch macht sie sich große Sorgen und das Fehlen ihrer Mutter verursacht ein Aufleben von Kindheitserinnerungen, von Erinnerungen an Jana. Nur wenige davon sind positiv. Jana zeigt selten Emotionen, Umarmungen und Zärtlichkeiten sind ihr fremd. Was immer sie sagt, es ist ehrlich und direkt, ihre Stimme klingt monoton. Sie legt oft ihre ganze Konzentration auf Details und hasst Unterbrechungen bzw. lässt sich nicht gerne unterbrechen, selbst wenn die kleine Tochter dringend aufs Töpfchen muss. Doch fühlt Maja sich durch sie verstanden, jede ihrer Fragen wird beantwortet und wenn Jana sie nach ihrer Meinung fragt, hört sie aufmerksam und ehrlich zu. Nur wenige Tage später erfährt Maja durch eine E-Mail, dass ihre Mutter unter dem Asperger-Syndrom leidet und in einer Psychatrie ist. Dies erklärt ihr Verhalten, macht die Situation für Maja jedoch nicht einfacher. Zumal Maja in einer Krise ist und Zuneigung und Unterstützung unbedingt nötig hat. Oft fragt sie sich, ob Janas Handlungen nur durch das Syndrom verursacht wurden, sie fürchtet nicht mehr zu wissen, wer ihre Mutter wirklich ist. Zusätzlich beginnt sie, an sich selbst zu zweifeln und sich eine ähnliche „Störung“ zuzuschreiben. Sie hat furchtbare Angst, so zu werden/so zu sein wie ihre Mutter.
Denn Maja hat wenige Freunde, um genau zu sein nur einen (von ihrem Nachbarn abgesehen). Ihr Kleidungsstil richtet sich nach der New-Romance, was mit Gothic zu vergleichen ist. Das Verhalten Gleichaltriger ist ihr unerklärlich und in der Schule steht sie oft als Mobbingopfer da. Bei ihrem Vater findet sie keine Zuflucht/keine Hilfe, das Verhältnis der beiden ist sehr kalt und distanziert.
Die 286 Seiten beschreiben ihre Suche nach Zuneigung, Liebe und Verständnis.

Meinung

Der Titel ist sehr gut getroffen, da das Buch mit einer ausführlichen Beschreibung eines Unfalls im Kunstunterricht beginnt: Während Maja gerade dabei ist, ein Regalbrett zuzuschneiden, rutscht die Säge ab und sie sägt sich aus Versehen die Spitze ihres Daumens ab. Dieser Schmerz spielt während des ganzen Buches eine ziemlich wichtige Rolle, da er sie so manch eines Mal in die Gegenwart zurückholt und zusätzlich ihrem inneren Schmerz ein echtes Gefühl verleiht. Der Anfang des Buches ist somit ziemlich verstörend, hinzu kommt eine ziemlich harte und aggressive Jugendsprache, welche jedoch relativ gut getroffen wurde. Die Identifikation mit Maja war für mich kaum möglich und ihr Verhalten selten nachvollziehbar. Dies lag daran, dass sie ganz andere Gedanken, Gefühle und ein mir unbekanntes Umfeld/mir unbekannte Probleme hat.
Jedoch hat sie Mitgefühl in mir geweckt, da sie von ihren Eltern kaum Liebe erfahren hat und sich deswegen verzweifelt nach Zuneigung sehnt, weil sie so einsam und traurig ist und sehr darunter leidet.
Ich würde das Buch weiterempfehlen mit dem Vermerk, dass es schnell zu lesen ist und dass die Geschichte berührend jedoch nicht so herausragend ist, dass man sich noch lange daran erinnert.

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