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Freitag, 20.03.2015 18 Uhr. Ich sitze in einem kleinen Raum, die Wände sind komplett zugestellt mit Büchern und immer mehr Leute versuchen noch einen Sitzplatz vor der kleinen Bühne zu bekommen. Worauf habe ich mich da schon wieder eingelassen?

LesArt – ein Partner von ‚Literanauten Überall‘

Eigentlich bin ich nur einem Aufruf unserer Juryleitung gefolgt, in dem es hieß, dass bei LesArt eine szenarische Lesung stattfinden soll im Rahmen des Liternauten Projekts. ‚Warum eigentlich nicht‘, dachte ich mir. ‚Kann ja ganz interessant sein zu sehen, wie andere das Projekt umsetzten.‘ Dass am Ende aber alle absagen und ich nun alleine in dem kleinen Raum sitzen würde, in welchem sich alle anderen zu kennen scheinen, damit habe ich nicht gerechnet.

Die Lesartigen 2.0 präsentieren: „Wunder“ von Raquel J. Palacio

‚Nun, jetzt, wo ich schon mal hier bin, kann ich auch hier bleiben‘, sagte ich zu mir und lehnte mich interessiert und ohne hohe Erwartungen zurück – und jetzt im Nachhinein muss ich sagen: Selbst wenn ich Erwartungen gehabt hätte, sie wären um ein Vielfaches übertroffen worden!

gemeinsam mit Jugendlichen der Jean-Krämer-Schule Wittenau

Eine Dame betritt die Bühne, erinnert uns an unsere Handys und gibt ein paar einleitende Worte von sich: Das Buch „Wunder“ von Raquel J. Palacio gewann 2014 den Preis der Jugendjury beim DJLP. Ich schaue mir das Cover genauer an und denke mir ‚Ah! Da war ja was; habe ich nie gelesen.‘ Sie erzählt uns davon, dass uns das Buch näher gebracht werden soll und dass im Rahmen des Projekts das Buch komplett auseinander genommen wurde, so dass es wieder zusammengesetzt in eine 30 minütige Aufführung passt.

Buchinhalt

Im Buch „Wunder“ wird von einem Jungen erzählt. Aber nicht von irgendeinem Jungen, sondern von einem hässlichen Jungen. So hässlich, dass du es dir gar nicht vorstellen kannst. So hässlich, dass der Junge auf dem Cover mit einem Karton auf dem Kopf herumläuft. Aber nicht hässlich genug, um ein paar wahre Freunde zu finden.

Eine szenarische Lesung

August, so heißt der Junge, wird uns auch von den Darstellern auf der Bühne vorgestellt – und sein Gesicht auf einen Pappkarton gezeichnet. Sie stellen uns alle relevanten Charaktere im Schnelldurchlauf vor und ich denke mir nur noch: ‚Du wirst es niemals schaffen, Gesichter und Namen wieder zuzuordnen.‘ Aber die Sorge stellt sich ein paar Minuten später als unbegründet heraus, denn keiner der Darsteller hat einen festen Charakter, sie wechseln und springen zwischen den Rollen, wie es ihnen passt und bringen währenddessen Leben, Tempo, Ernsthaftigkeit und Spaß auf die Bühne. Nach ein paar weiteren Minuten Eingewöhnungszeit merke ich, dass ich in der Geschichte versunken bin und selbst, als ich den Raum wegen meines Hustens verlasse (es wurde sich liebevoll um mich gekümmert), bin ich mit einem Ohr immer noch im Raum. Ich bin fast ein bisschen traurig, als die Jugendlichen damit fertig sind uns ihre Lesart(en) des Buches zu präsentieren, aber die Begeisterung über das gerade miterlebte überwiegt und ich zolle den jungen Künstlern – zusammen mit allen anderen im Raum – mit kräfitigen Applaus meinen vollsten Respekt. Beim Hinausgehen zücke ich mein Handy und scheibe meinen Freunden: „Ihr habt etwas verpasst. S“IMG_20150320_183314536

Und wenn Du es verpasst hast?

Keine Sorge! Das Stück wird nocheinmal im Deutschen Theater aufgeführt. Wann genau steht aber erst gegen ende Mai fest.

Was ist LesArt? Und wer sind die LesArtigen 2.0?

LesArt als Berliner »Zentrum« für Kinder- und Jugendliteratur ist Koordinator und Kooperationspartner kinder- und jugendliterarischer Aktivitäten in Berlin, Deutschland und über dessen Grenzen hinaus. In diesem Sinne initiiert und multipliziert LesArt Veranstaltungsmodelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Berlin außerhalb des Hauses, bundesweit und in anderen Ländern. (Auszug aus dem LesArt – Konzept) Die LesArtigen sind eine Gruppe von Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren, die sich regelmäßig bei „LesArt“, dem Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur, trifft. Inspiriert durch diesen Ort und in Anlehnung an das Web 2.0, welches Partizipation und Interaktivität zum Programm macht, nennen sie sich „Die LesArtigen 2.0“. (Auszug aus „Wer sind die Literanauten?„)

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