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Daemon: Die Welt ist nur ein Spiel – Daniel Suarez

Ein gesellschaftskritischer Mehrteiler aus den Genres Thriller und Scince Fiction

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Handlung:
Matthew Sobol, ein genialer Spieleentwickler, stirbt, doch im Moment seines Todes beginnt ein – sein – Daemon (ein Computerprogramm) zu arbeiten, um die Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern.
Kurz darauf beginnt eine mysteriöse Mordserie in Amerika, und die Polizei, das FBI und die Regierung scheinen machtlos.
Der Daemon vermag alles voraus zusehen und niemand kann ihn aufhalten, da er überall und nirgends ist.
Schon bald tobt rund um den Globus ein erbarmungsloser Kampf um die Vorherrschaft über das Internet, die Wirtschaft und all das, was unser Leben ausmacht.

Meinung:
Es liest sich wie ein Science Fiction Roman mit schier unglaublichen technischen Errungenschaften und Möglichkeiten. Doch scheint es nicht nur Fantasie zu sein, sondern gibt einem das Gefühl dies könnte die Zuspitzung unser aktuellen Entwicklung werden.
Leider werden dabei viele technische Fachbegriffe verwendet, die einem das Lesen erschweren können, wenn man nicht so affin in diesem Berreich ist. Man wird aber nicht unwissend zurück gelassen, da alle Begrifflichkeiten in der Geschichte erklärt werden und so den Lesefluss kaum noch beeinträchtigen.

Im Buch selbst wird aufgezeigt, wie sehr wir letztendlich miteinander vernetzt sind, und wie wir uns so denjenigen ausliefern, die diese Vernetzung beherrschen.
Smartphone, Tablet, Laptop, PC. Standortabfrage, Apps und Datenspeicherung.
Wir machen uns transparent und vertrauen darauf, dass mit unseren persönlichen Informationen vertrauensvoll umgegangen wird.
Dies alles wird in den Zeiten, in denen jeder Schritt mittlerweile überwacht wird und selbst das Lesen dieser Rezension – ja, teilweise sogar die Bewegung des Mauszeigers – erfasst und gespeichert wird (und der Umgang damit fragwürdig ist), immer aktueller.

Das Buch erlangt so eine unheimlich gesellschaftskritische Komponente.
Zusätzlich dazu gelingt es Daniel Suarez einen unglaublichen Sog entstehen zu lassen, der es einem unmöglich macht das Buch wegzulegen, indem er den Kampf gegen jemanden, der einem immer zwei Schritte voraus ist, und verschiedene Wendungen authentisch darstellt.

Die Charakter handeln glaubwürdig und verändern sich im Einklang mit der Handlung, wobei sie aber stets ihren grundlegenden Prinzipien treu bleiben, sodass die Entwicklungen nicht unnatürlich wirken. Zudem werfen die Handlungen der Charaktere die Frage auf, welche der beiden Seiten eigentlich die Gute ist, bzw. ob man die beiden Seiten des Krieges überhaupt in gut und schlecht teilen kann.
Das Buch wurde in die Kategorie Thriller eingestuft, da es u.a. gewalttätige Szenen beinhaltet, die den Ablauf eines Krieges sehr authentisch darstellen, es aber für jüngere Leser eher ungeeignet werden lassen.

Schlussendlich sollte noch erwähnt werden, dass es noch den Nachfolgeband „Darknet“ gibt, was der Grund dafür ist, dass die Handlung ziemlich abrupt endet.

Fazit:
Ein grandioser Auftakt für den zweiten Band, der einen fesselt und nicht mehr loslässt.
Ob man das Buch nun als bloßen Science Fiction Roman, als Thriller, gesellschafts- oder technikkritisch sieht, bleibt einem selbst überlassen, aber egal, wie man es dreht und wendet: Es bleibt in allen Belangen ein hervorragendes Buch und somit ein eindeutiges Muss für jeden, der sich für diese Themen begeistern kann.

 

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